Die Photographische Sammlung
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GER
 
18. September bis 12. Dezember 2010
 
Joachim Brohm. COLOR

 

Joachim Brohm: Taxi, aus: Ohio, 1983-1984,
© Joachim Brohm, VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Joachim Brohm. COLOR

 

in Zusammenarbeit mit der Landesgalerie Linz am Oberösterreichischen Landesmuseum

 

Der in Leipzig ansässige Joachim Brohm (* 1955) gehört in Deutschland zu den ersten Künstlern seiner Generation, die Ende der 1970er Jahre die Farbphotographie für sich entdeckten. Er studierte seinerzeit an der Essener Universität/Folkwangschule, die er 1983 abschloss, bevor er an der Ohio State University, Columbus, sein Studium u. a. bei Allan Sekula fortsetzte. Die Auseinandersetzung über die Ausdrucksmöglichkeiten der Farbphotographien hatte in den USA mit den photographischen Arbeiten etwa von William Eggleston, Bill Christenberry und Stephen Shore ohnehin schon eine gewisse Verbreitung erreicht und sollte nun auch international inspirierend wirken. Bis heute ist Brohm dem Farbbild treu geblieben. Seine Aufnahmen zeichnen sich durch eine individuelle, einfühlsam stimmige Verbindung von Kolorit, Formensprache und Sujet aus.

Joachim Brohm fühlt sich von Regionen angesprochen, die weder reine Naturgebiete noch idealtypisch gestaltete Stadtlandschaften sind, die Merkmale eines steten und zuweilen schroffen Wandels zeigen und voller improvisierter Momente sind. Er nimmt Peripherien und Randzonen in Deutschland, Frankreich, Portugal, den USA und Japan in Augenschein, an denen sich in unterschiedlicher Weise die Übergänge zwischen Natur- und Kulturlandschaft sowie zeitgenössische urbane Entwicklungen ablesen lassen. Seine Arbeit gleicht einer archäologischen Spurensuche nach vielfach unscheinbaren Gegenständen und Konstellationen des Alltags, die, so unspektakulär sie auch sind, das Prozesshafte signifikant abbilden und Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart aufzeigen. Zum einen schaut Joachim Brohm nahsichtig auf liegen gelassene Objekte, Oberflächenstrukturen oder stillgelegte Vehikel, zeigt uns Stadtlandschaften und Zonen der Freizeit, zum anderen gibt er den Blick in weite Panoramen frei, in eine stille, sich immer wieder neu erfindende Topografie.

 

 

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