Die Photographische Sammlung
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 William Christenberry
 
William Christenberry
William Christenberry: Sign, near Greensboro, Alabama, 1978 (Future Rose)
© William Christenberry


William Christenberry

 

Thematisch entstammen die Werke von William Christenberry dem Süden Amerikas, wo er 1936 in Tuscaloosa, Alabama, geboren wurde. Die eigene Biographie und die seines Heimatstaates, in den er zu jährlichen Arbeitsreisen seit Jahrzehnten zurückkehrt, ist die immerwährende Inspirationsquelle seiner Kunst. Methodisch konsequent und mit typologischem Anspruch geht der Künstler Fragen der Identität und des Symbolgehaltes kultureller Ausformungen nach. Von der kulturhistorischen Geschichte und dem sozialökonomischen Wandel der Region zeugen insbesondere seine Photographien, in denen bestimmte Orte und Gebäude über Jahrzehnte hinweg in ihrer zeitlichen Veränderung festgehalten werden.
    Ausgangspunkt von Christenberrys künstlerischem Werdegang war die Malerei, auf die er sich während seiner Studienzeit an der University of Alabama in Tuscaloosa (1954-59) ausschließlich konzentrierte. In dieser Zeit setzte er sich zunächst mit der gestischen Formensprache des Abstrakten Expressionismus auseinander. Zeitgleich entstanden erste Photographien. Bis auf wenige Ausnahmen handelt es sich hierbei um Farbaufnahmen, die er mit einer einfachen Kleinbildkamera (der so genannten Brownie) realisierte. Diese frühen Photographien, die noch im Drugstore entwickelt wurden, dienten als Referenz für seine Gemälde und ermöglichten es ihm, der subjektiven Geste des malerischen Ausdrucks eine Art Korrelativ entgegenzusetzen. Beeinflusst durch die sich seit den sechziger Jahren formulierende Pop Art verließ Christenberry das Feld der reinen Malerei und begann, Assemblagen und Materialcollagen herzustellen. Ganz in der Tradition des Südens entstanden zahlreiche Objekte unter Rückgriff auf einfachste Mittel und minderwertige, zum Teil auch gefundene Materialien. Während der ganzen Zeit blieb die Photographie ein konstanter Bezugspunkt und gewann spätestens seit Mitte der siebziger Jahre an künstlerischer Eigenständigkeit.
    Die traditionellen Häuser des Südens wurden zu Christenberrys bevorzugten photographischen Motiven, denen er sich immer wieder in Serien zuwandte. Einige dieser Serien werden bis heute fortgeführt, manches Mal sogar über das Verschwinden des Gebäudes hinaus. Dann wird der Ort, an dem es sich befand, zum Gegenstand der Bilder. In seinen Aufnahmen spiegelt sich die konzentrierte Einfachheit des ländlichen Milieus, dessen Schönheit und individuelle Ausdrucksformen Christenberry in wiederkehrenden Themengruppen beschreibt.
    Mehrere Sujets ziehen sich wie ein roter Faden durch sein photographisches Werk: Neben den Häusern oder ganz allgemein den Dingen in der Landschaft sind es die Graves, Aufnahmen von traditionellen, ländlichen Gräbern, die oftmals mit den einfachsten Mitteln und persönlichen Zugaben dekoriert werden.  Ein weiteres Sujet sind Kirchen, häufig einfach gebaute Holzkirchen, die schon die frühen Aufnahmen von Walker Evans charakterisieren, und Detailaufnahmen von Fenstern und Türen, die wiederum mit der letzten Themengruppe, den gefundenen Zeichen und Werbeschildern, in Zusammenhang stehen. Schließlich findet das Thema der Landschaft generell, wobei die rote Erde, die für den von Christenberry bevorzugten Landstrich typisch ist, eine vielfältige Entsprechung in seinem Werk.
Im Bestand der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur befinden sich mehrere photographische Serien (Underground Club, Coleman’s Café, Palmist Building) von William Christenberry sowie eine Auswahl von emblematischen Einzelbildern.

Biographie:
1936    Geboren in Tuscaloosa, Alabama.
1954–59    Studium an der University of Tuscaloosa, Alabama.
1958–59    Erste Photographien mit der Brownie-Kamera.
1961–62    Lebt in New York City. Erste Begegnung mit Walker Evans, dem er in enger Freundschaft bis zu dessen Tod 1975 verbunden bleibt.
1962    Assistant Professor of Art an der Memphis State University. Beginn der Freundschaft mit William Eggleston.
1964    Wiiliam Christenberry verlagert den Schwerpunkt seiner Arbeit von der Malerei auf die Skulptur und die Photographie.
seit 1968    Professor für Zeichnung und Malerei an der Corcoran School of Art, Washington D.C. Beginn seiner jährlichen Arbeitsreisen nach Alabama.
1973    Gemeinsame Reise mit Walker Evans nach Hale County, Alabama.
1977    Beginnt mit einer Deardorff-Großbildkamera zu photographieren.
1983    Unter dem Titel William Christenberry: Southern Photographs erscheint die erste monographische Publikation.

Zahlreiche Einzelausstellungen, unter anderem in der Corcoran Gallery of Art, Washington, D.C. (1973), Henri Gallery, Washington, D.C. (1974), Montgomery Museum of Fine Arts (1979), Pace/MacGill Gallery, New York (1985), The Columbus Museum Georgia (1987), The Albrecht Kemper Museum of Art, Saint Joseph, MIssouri.
Im Jahr 2002 fand in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur die erste Einzelausstellung von William Christenberry in Deutschland statt, mit einer weiteren europäischen Station im Palais des Beaux-Arts in Brüssel.

Lit.: William Christenberry, Hrsg. Montgomery Museum of Fine Arts, Text Laura LIeberman, Montgomery, Alabama 1989; William Christenberry, The Albrecht Kemper Museum of Art, Text J. Richard Gruber, Saint Joseph, Missouri, 1994; Christenberry. Reconstruction: The Art of William Christenberry, Hrsg. Center for Creative Photography, The University of Arizona, Texte Trudy Wilner Stack, Allen Tullos, Jackson: University Press of Mississippi, 1996; William Christenberry: Art & Family, Hrsg. The Odgen Museum of Southern Art, University of New Orleans, Text J. Richard Gruber, New Orleans: University of New Orleans Publishing, 2000; William Christenberry, Hrsg. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Düsseldorf: Richter Verlag, 2001; William Christenberry. Working from Memory. Collected Stories, Hrsg. Susanne Lange, Göttingen: Steidl, 2008

 

Karl Blossfeldt

Petra Wittmar
Medebach 2009-2011

Raum 2

30. März bis 12. August 2012

Blick in die Sammlung:
August Sander -
New Arrivals

Raum 3

30. März bis 12. August 2012

16. KÖLNER MUSEUMSFEST in der Photographischen Sammlung

öffentliche Führungen:
14 Uhr und 16 Uhr

verlängerte Öffnungszeiten:
10-19 Uhr

Eintritt frei!

20. Mai 2012

VERANSTALTUNGEN

Öffentliche Führungen durch die Ausstellungen finden zukünftig an jedem Sonntagnachmittag während der Laufzeit statt, Beginn um 15 Uhr.

KÜNSTLERFÜHRUNGEN:

mit Petra Wittmar am Samstag, 5. Mai, 15 Uhr

mit Wilhelm Schürmann am Samstag, 2. Juni, 15 Uhr

FÜHRUNGEN FÜR KINDER

Die Photo-Detektive, wir entdecken eine Ausstellung

Führungen am Samstag-
nachmittag für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren

nächster Termin:

Samstag, 19. Mai,
15 bis 16.30 Uhr

Die Photo-Detektive

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Karl Blossfeldt et les naturalistes du pays de Montbéliard

Musée du Château des ducs de Wurtemberg, Montbéliard

25. Februar bis 20. Mai 2012

ON TOUR

August Sander. Landschaften
Saar, Eifel, Mosel, Siebengebirge, Niederrhein, Bergisches Land

Museum Schloss Fellenberg, Merzig

4. Mai bis 19. August 2012