Die Photographische Sammlung
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 Joachim Brohm
 
Bildalternativtext
Joachim Brohm: 98 2-2, aus: Areal, 1992–2002,
© VG Bild-Kunst, Bonn, 2010, Joachim Brohm

Joachim Brohm

 

Joachim Brohm (* 1955), gehört in Deutschland zu den ersten Künstlern seiner Generation, die Ende der 1970er-Jahre die Farbphotographie für sich entdeckten. Anders als die Schwarzweiß-Photographie, die als künstlerisches Medium schon lange international eingeführt war, hatte die Farbphotographie zu Beginn der 1980er-Jahre in Europa und Deutschland kaum Einzug gehalten. Doch wurde sie an den Hochschulen in Essen und Düsseldorf, insbesondere vor dem Hintergrund von Katalogen und Monographien aus den USA als neu zu entdeckende Ausdrucksform diskutiert. Folgerichtig ging Brohm nach Ende seines Studiums an der Universität Essen GHS/Folkwang 1983 für ein Jahr an die Ohio State University, Columbus, um bei Allan Sekula und Jonathan Green weiter zu studieren. In Ohio konnte er in nächster Umgebung der aktuellen amerikanischen Diskussion über Photographie folgen und unmittelbar in seinen eigenen dort entstandenen Photographien umsetzen. Vorbilder für ihn waren William Eggleston, William Christenberry, Stephen Shore oder Joel Meyerowitz.
   Die Zeichen der Zeit zu lesen, sei es in individuellen Gestaltungsmomenten oder in großflächig sich verändernden landschaftlichen oder baulichen Strukturen ist seit Beginn seines Schaffens eines der Hauptanliegen von Joachim Brohm und kennzeichnet auch die in den 1980/90er-Jahren im Ruhrgebiet entstandenen Photographien. Darunter befinden sich auch jene Motive, für die sein Werk besonders bekannt wurde: Unprätentiöse Panoramen, städtische Randzonen, Ansichten von Vegetation, Straßen und Strukturen, von Autos oder kleinfigurig dargestellten Menschen, die sich irgendwo zwischen Badeanstalt und Brachland bewegen, wiedergegeben in einer austarierten Farbigkeit zwischen zurückhaltenden Neutraltönen und punktuell bunt Leuchtendem.
   Konzentrierte sich Joachim Brohm immer wieder auf triviale Momente urbanen Geschehens und auf beinah unmerkliche Spuren, Abdrücke und Hinterlassenschaften sich überlagernder Lebensumstände, so bot ihm die photographische Studie Areal, die er zwischen 1992 und 2002 durchführte, nochmals in anderer Weise Gelegenheit, Phänomene eines Status quo und des Prozesshaften bildnerisch zu erfassen. In vielen hundert Aufnahmen, von denen sich eine Auswahl im Bestand der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur befindet, dokumentierte er die Veränderung eines Geländes im Norden von München, von der ursprünglich industriellen Nutzung hin zu einer Büro- und Wohnungsbebauung. Die von Brohm vorgenommene photographisch-topographische Studie zielt aber nicht primär auf eine Darstellung des linearen, baulichen Fortschritts. Vielmehr konzentriert er sich vorzugsweise auf Teilbereiche, die zwar von den Veränderungsplänen betroffen sind, deren Erscheinungsformen aber eher provisorischen Bedingungen unterliegen.

Biographie
1955  geboren in Dülken, lebt und arbeitet in Leipzig
1977–1983  Studium der Visuellen Kommunikation an der Universität Essen GHS/Folkwang
1983–1984  Stipendium der Fulbright Commission, Studium am Department of Photography & Cinema, Ohio State University, Columbus, Ohio, danach Arbeit als freier Photograph
1985  Stipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks in Arles
Seit 1986  Lehraufträge für Photographie an der Fachhochschule Bielefeld; Fachhochschule Dortmund; The School of the Art Institute of Chicago, Chicago; Salzburg College, Salzburg
1988  Stipendium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung für zeitgenössische deutsche Photographie
1993  Professor für Photographie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig
2001/02  Gastprofessur an der Hochschule für Gestaltung und Kunst, Zürich
2003-2011  Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig

Lit.: Joachim Brohm. Kray, Edition der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Hrsg. Timm Rautert, Texte: Heinz Liesbrock, Thomas Weski, Oberhausen: Plitt Druck und Verlag GmbH, 1995; Joachim Brohm. Areal. Ein fotografisches Projekt 1992–2002, Texte: Regina Bittner, Urs Stahel, Göttingen: Steidl, 2002; Joachim Brohm. Ruhr, Hrsg. Heinz Liesbrock für das Josef Albers Museum Quadrat, Text: Heinz Liesbrock, Göttingen: Steidl, 2007; Brohm / Ottersbach – Culatra / Areal, Hrsg. Kirsten Nordahl, Text: Thomas Wagner, Göttingen: Steidl, 2009; Joachim Brohm. Ohio. Fotografien 1983–1984, Hrsg. Thomas Weski, Texte: Thomas Weski, Vince Leo, Göttingen: Steidl, 2009; Joachim Brohm. COLOR, Hrsg. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur und Landesgalerie Linz am Oberösterreichischen Landesmuseum, Text: Gabriele Conrath-Scholl, München: Schirmer/Mosel, 2010.


 

Karl Blossfeldt

Petra Wittmar
Medebach 2009-2011

Raum 2

30. März bis 12. August 2012

Blick in die Sammlung:
August Sander -
New Arrivals

Raum 3

30. März bis 12. August 2012

16. KÖLNER MUSEUMSFEST in der Photographischen Sammlung

öffentliche Führungen:
14 Uhr und 16 Uhr

verlängerte Öffnungszeiten:
10-19 Uhr

Eintritt frei!

20. Mai 2012

VERANSTALTUNGEN

Öffentliche Führungen durch die Ausstellungen finden zukünftig an jedem Sonntagnachmittag während der Laufzeit statt, Beginn um 15 Uhr.

KÜNSTLERFÜHRUNGEN:

mit Petra Wittmar am Samstag, 5. Mai, 15 Uhr

mit Wilhelm Schürmann am Samstag, 2. Juni, 15 Uhr

FÜHRUNGEN FÜR KINDER

Die Photo-Detektive, wir entdecken eine Ausstellung

Führungen am Samstag-
nachmittag für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren

nächster Termin:

Samstag, 19. Mai,
15 bis 16.30 Uhr

Die Photo-Detektive

ON TOUR

Karl Blossfeldt et les naturalistes du pays de Montbéliard

Musée du Château des ducs de Wurtemberg, Montbéliard

25. Februar bis 20. Mai 2012

ON TOUR

August Sander. Landschaften
Saar, Eifel, Mosel, Siebengebirge, Niederrhein, Bergisches Land

Museum Schloss Fellenberg, Merzig

4. Mai bis 19. August 2012