Die Photographische Sammlung
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 Jim Dine
 
Jim Dine
Jim Dine: Verzückt mit Eunice, 2005
© Jim Dine, VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Jim Dine

 

Jim Dines Interesse für die Photographie begann schon um 1960. Über Lee Friedlander kam er 1962 in Kontakt mit der Arbeit von Garry Winogrand und Diane Arbus, er begann bald eine eigene Sammlung von Photographien und Photobänden anzulegen. 1966 erhielt er den Auftrag, eine Ausgabe von Le poète assassiné des französischen Dichters und Kunstkritikers Guillaume Apollinaire zu illustrieren, wofür er eigene Photographien, Zeichnungen und Collagen verwendete. In den späten 1970er-Jahren arbeitete Jim Dine im Rahmen des Kodak-Programms in Boston erstmals mit einer großen 20“ x 24“-Polaroidkamera (circa 50 x 60 cm). 1994, mit seiner Gastprofessur an der Hochschule der Künste in Berlin, startete seine bis heute andauernde kontinuierliche Arbeit mit dem Medium Photographie.
  Jim Dine, der zu den bemerkenswertesten Künstlern der Gegenwart zählt, erhielt bereits Ende der 1950er-Jahre große Aufmerksamkeit in der New Yorker Kunstszene, wo er gemeinsam mit Claes Oldenburg und Allan Kaprow erste Happenings veranstaltete. Mit Oldenburg, Tom Wesselmann und George Segal gehörte Jim Dine zum inneren Kreis einer mit der Pop Art verbundenen Künstlergruppe. Dine suchte aber schon bald einen anderen Weg und begann, sich intensiv mit der klassischen Moderne, der Antike und der Poesie auseinander zu setzen.
  Standen am Beginn seiner künstlerischen Laufbahn die Malerei, die Graphik und die Skulptur, so nimmt seit den 1990-Jahren die Photographie einen größeren Stellenwert ein. Mittels symbolgeladener Gegenstände wie vielerlei Werkzeuge, der literarischen Pinocchio-Figur oder dem Raben und der Eule, die als ausgestopfte Tiere in seinen Bildern wieder zum Leben erwachen, komponiert Jim Dine eindrückliche Tableaus, häufig auch als vielschichtige und bisweilen rätselhafte Selbstportraits angelegt. Charakteristisch ist die Einbeziehung von Schrift und Sprache, teilweise handschriftlich skizzierte Gedichte, die auf der Wand seines Ateliers entstehen und die sich in seinen Photographien, gewissermaßen als Verdichtung des zeichnerischen Prozesses, zu neuen Schriftzeichen formen. Weitere Motivkreise sind botanische Studien und landschaftliche Aspekte wie beispielsweise in Entrada Drive.

Seit 2004 hat Jim Dine der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur bis heute rund 1000 Werke in verschiedenen Techniken, so als Heliogravüren, Polaroid, chromogene Farbabzüge, Gelatinesilberabzüge, übereignet. In den Jahren 2004 und 2008 wurden umfangreiche Einzelausstellungen mit photographischen Arbeiten von Jim Dine in der Photographischen Sammlung gezeigt.

Biographie

1935  geboren in Cincinnati, Ohio.
1957  Bachelor of Fine Arts, Ohio University in Athens.
1958  Umzug nach New York.
1959–65  Zahlreiche Happenings, insbesondere in der Judson Gallery und der Reuben Gallery, New York.

1960  Erste Einzelausstellung in der Reuben Gallery, New York.
1962  Begegnung mit Ileana Sonnabend und Beginn einer langjährigen 
Zusammenarbeit.
1964  Teilnahme an der Biennale Venedig.
1967  Umzug nach London.
1970  Retrospektive im Whitney Museum of American Art in New York.
1971  Rückkehr in die USA, lässt sich in Putney, Vermont, nieder.
1977  Teilnahme an der documenta VI, Kassel.
1980  Jim Dine wird zum Mitglied der American Academy and Institute of Arts and Letters, New York, ernannt.
1984–85  Retrospektive im Walker Art Center, Minneapolis.
1985  Umzug von Vermont nach New York.
1993–97  Lehrt an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Künste in Salzburg.
1995  Gastprofessur an der Hochschule der Künste, Berlin.
1997  Mitglied der Akademie der Künste, Berlin.
2001  Umzug nach Paris, um dort einen Teil des Jahres zu arbeiten.
2005  Heirat mit Diana Michener.
Lebt und arbeitet in Walla Walla, New York und Paris.

Lit.: Guillaume Apollinaire: The poet assassinated, übersetzt von Ron Padgett, illustriert von Jim Dine, New York: Holt, Rinehart and Winston, 1968; Work from the same house: photographs and etchings / Lee Friedlander, Jim Dine, London: Trigram, 1969; Andy Grundberg: Jim Dine: photographs, London: Alan Cristea Gallery, 1997; Jim Dine: Photographies récentes: Exposition présentée à la Maison Européenne de la Photographie à Paris et au Carrousel du Louvre, Paris: Maison Européenne de la Photographie, 1998; Jim Dine: Birds, Göttingen, Steidl, 2001; Jim Dine. The Photographs, so far, 4-bändige Werkausgabe, Göttingen: Steidl, 2003; Jim Dine: Entrada Drive, Göttingen: Steidl, 2005; This is how I remember, now. Portraits. Photographs by Jim Dine, Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Göttingen: Steidl, 2008.


 

Karl Blossfeldt

Petra Wittmar
Medebach 2009-2011

Raum 2

30. März bis 12. August 2012

Blick in die Sammlung:
August Sander -
New Arrivals

Raum 3

30. März bis 12. August 2012

16. KÖLNER MUSEUMSFEST in der Photographischen Sammlung

öffentliche Führungen:
14 Uhr und 16 Uhr

verlängerte Öffnungszeiten:
10-19 Uhr

Eintritt frei!

20. Mai 2012

VERANSTALTUNGEN

Öffentliche Führungen durch die Ausstellungen finden zukünftig an jedem Sonntagnachmittag während der Laufzeit statt, Beginn um 15 Uhr.

KÜNSTLERFÜHRUNGEN:

mit Petra Wittmar am Samstag, 5. Mai, 15 Uhr

mit Wilhelm Schürmann am Samstag, 2. Juni, 15 Uhr

FÜHRUNGEN FÜR KINDER

Die Photo-Detektive, wir entdecken eine Ausstellung

Führungen am Samstag-
nachmittag für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren

nächster Termin:

Samstag, 19. Mai,
15 bis 16.30 Uhr

Die Photo-Detektive

ON TOUR

Karl Blossfeldt et les naturalistes du pays de Montbéliard

Musée du Château des ducs de Wurtemberg, Montbéliard

25. Februar bis 20. Mai 2012

ON TOUR

August Sander. Landschaften
Saar, Eifel, Mosel, Siebengebirge, Niederrhein, Bergisches Land

Museum Schloss Fellenberg, Merzig

4. Mai bis 19. August 2012